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Biogaspark für Strom und Wärme

In Bitterfeld entsteht im Mühlenweg ein Biogaspark aus drei identisch aufgebauten Biogasanlagen. Investor und Betreiber ist die BGA Biogas Energy GmbH, Potsdam. Hier wird künftig Biomasse kontrolliert biologisch vergärt und da

Regionale Fachzeitschrift BAUEN WOHNEN FREIZEIT in Sachsen-Anhalt / Ausgabe 01 – 03/2007

In Bitterfeld entsteht im Mühlenweg ein Biogaspark aus drei identisch aufgebauten Biogasanlagen. Investor und Betreiber ist die BGA Biogas Energy GmbH, Potsdam. Hier wird künftig Biomasse kontrolliert biologisch vergärt und das erzeugte Biogas in elektrischen Strom und Wärmeenergie umgewandelt.

Der Biogaspark leistet damit nicht nur einen Beitrag, die Emission klimarelevanter Gase und die Nutzung fossiler Energieträger zu reduzieren. Er verwertet auch in der regionalen Landwirtschaft anfallende und produzierte Stoffe und führt diese veredelt in den Stoffkreislauf zurück. Der Biogaspark verarbeitet vor allem Schweinegülle, Getreide (Roggenkorn) und Maissilage, wobei die jeweilige Menge, z. B. in Abhängigkeit von den Ernteerträgen, variieren kann. Jede der Biogasanlagen braucht insgesamt ca. 11.750 t/a Einsatzstoffe. Wird die Gülle derzeit noch unvergoren auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen als Wirtschaftsdünger mit den bekannten Geruchsproblemen ausgebracht, verliert sie durch die Verarbeitung in der Biogasanlage diesen Geruch fast vollständig. Die in der Vergärung entstehende Abluft wird gereinigt, bevor sie an die Umgebung abgegeben wird. Durch die Behandlung der Einsatzstoffe in der Biogasanlage wird ein hochwertiger NPK-Dünger für die Landwirtschaft erzeugt.

Die Einsatzstoffe werden im Fermenter der Biogasanlage mit Hilfe einer biologischen Vergärung verarbeitet. Mikroorganismen schließen die organischen Stoffe auf und erzeugen Biogas. Die eingesetzten Blockheizkraftwerke stellen die zurzeit technisch und wirtschaftlich optimale Lösung zur energetischen Verwertung des in der Anlage erzeugten Biogases dar. Ihre Gas-Motoren verfügen über einen elektrischen Wirkungsgrad von ca. 40 Prozent. Über die Kraft-Wärme-Kopplung können ca. 85 Prozent des vorhandenen Energiepotentials im Biogas in nutzbare Energie umgesetzt werden. 

Die thermische Energie steht in Form von Warmwasser mit einer Temperatur von ca. 90°C zur Verfügung und wird fast vollständig genutzt. Sie deckt den wärmebedarf der Biogasanlage und überschüssige Wärmemenge wird in das Fernwärmenetz des Bitterfelder Versorgungsunternehmens eingespeist. Für diese wirtschaftliche Nutzung der Wärmeenergie wird eine erdverlegte Fernwärmetrass vom Biogaspark bis zum Heizwerk der BFG in der Braustraße gebaut. Dazu muss die ICE-Trasse der Bahn unterquert werden, eine aufwendige Maßnahme, die bislang zu Verzögerungen im geplanten Projektablauf führte.

Die im Blockheizkfraftwerk produzierte elektrische Energie wird vollständig in das Netz der enviaM eingspeist. Deshalb wird parallel zur Wärmetrasse ein 20-kV-Kabel bis zum Netzanschlusspunkt in der Dürener Straße verlegt.

Noch im I. Quartal dieses Jahres sollen die Biogasanlagen fertig gestellt werden. Dann beginnt die technische und biologische Inbetriebnahme, die mehrere Wochen dauert. Spätestens ab Jahresmitte soll der Biogaspark im Mühlenweg regenerative Energie produzieren.


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