Bitterfelder Zeitung / Lokal-Ausgabe Von Kristian Krüger
Bitterfeld/MZ Die Energie für 3.500 Bitterfelder Haushalte soll künftig vom Acker kommen. Dafür wird jetzt eine Biogasanlage am Rand des P-D Chemieparks in Bitterfeld gebaut. Jetzt, erklärt Markus Süßmann von der Betreiberfirma Danpower, wird das Baufeld beräumt. Funktionieren soll die Anlage im ersten Quartal 2007. Die Abnahme der erzeugten Energie, so Süßmann, ist mit der Bitterfelder Fernwärme GmbH und dem Energieversorger enviaM geregelt. „Insgesamt kann rund 35 Prozent des Gesamtwärmebedarfs von Bitterfeld durch die Biogasanlage erzeugt werden“, erklärt er.
Der Strom sei in der Herstellung zwar etwas teurer, dafür aber sauberer. Denn bei energetischer Nutzung von Biogas werde nur so viel Kohlendioxid freigesetzt wie die Pflanzen während des Wachstums aufgenommen haben. Für die Produktion ist die Verarbeitung von gut 25.000 Tonnen Maissilage sowie ein bestimmter Anteil Gülle notwendig. Diese Stoffe werden in geschlossenen Lastzügen durch das Industriegebiet über die Zörbiger Straße zur Anlage transportiert. Dort werden sie in Hallen in geschlossenen Behältnissen verarbeitet. „Es entsteht keine Geruchsbelästigung, das mussten wir nachweisen“, so Süßmann. Genau das war ein Streitpunkt mit den Bitterfelder Bürgern, die in der Nähe wohnen. „Der Streit ist beigelegt.“ Die beunruhigten Bürger hätten sich in der baugleichen Biogasanlage in Anklam überzeugt. „Die Anklamer befürworten die Anlage jetzt, weil ein Teil der Fernwärme mit Abgas aus der Biogasanlage erzeugt wird. Dadurch konnten die sonst steigenden Energiepreise stabil gehalten werden“, erklärt Siefried Denzel, Redakteur des Anklamer „Nordkurier".
Das Interesse an Anlagen für erneuerbare Energien ist besonders in Sachsen-Anhalt stark, hat die enviaM-Sparte Verteilnetz festgestellt. Wie Abteilungsleiter Ulf Matthes betont, sind derzeit im Bundesland 68 Biomasseanlagen in Betrieb. Sie erzeugen 16 Megawatt Leistung. „Zurzeit sind in Sachen-Anhalt so viele Anlagen in Planung und Realisierung wie in unserem gesamten Netzbetrieb, der sich über Teile von Thüringen, über Brandenburg und Sachsen erstreckt, gibt. Biomasse ist in Sachsen-Anhalt eine unheimliche Triebfeder.“ Diese Form der Energiegewinnung, so Matthes, sei bei den Energieversorgern ganz gern gesehen, weil die Energie kontinuierlich erzeugt wird – anders als beim Wind. „In Bitterfeld haben wir den Netzanschluss gelegt. Produziert werden hier 1,9 Megawatt, das ist schon eine relativ große Anlage.“
Der notwendige Mais wird in der Region angebaut und siliert. Täglich transportieren laut Süßmann vier bis fünf Lastzüge die Fracht.
Biomassekraftwerk entsteht in Bitterfeld – Funktionsbereit im kommenden Jahr
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