Potsdamer Neueste Nachrichten-online, Autor: Matthias Matern
Als einziges Unternehmen aus Brandenburg ist die Potsdamer Firma Danpower für den Innovationspreis 2013 nominiert
Das Rad hat man bei Danpower zwar nicht neu erfunden. Allerdings haben die Potsdamer dafür gesorgt, dass es sich schneller dreht und man deutlich weniger strampeln muss als bisher. „Es gibt Innovationen, die einem Sprung gleichkommen, etwa die Erfindung der Brennstoffzelle, und es gibt den mühevollen Weg der technischen Evolution“, sagt Danpower-Geschäftsführer Hartmut Liebisch. Mit der Weiterentwicklung eines herkömmlichen Blockheizkraftwerkes haben die Danpower-Ingenieure die Wärmeversorgung des in Brandenburg ansässigen Windkraftanlagen-Produzenten Vestas nicht nur umweltfreundlicher und günstiger gemacht, sondern auch im gleichen Atemzug eine Lösung für die hohen Energiekosten bei der Windrad-Herstellung gefunden. Statt über einen zusätzlichen Elektromotor trocknen neue Rotorblätter bei Vestas mit selbsterzeugter Wärme. Am heutigen Freitagabend könnte Danpower mit seiner Entwicklung im Potsdamer Hans Otto Theater noch ein dritter Streich gelingen: Als einziges Unternehmen aus dem Land Brandenburg ist Danpower für den diesjährigen Innovationspreis Berlin-Brandenburg nominiert.
Vergeben wird die Auszeichnung zum 22. Mal. Insgesamt sind in diesem Jahr sieben Unternehmen nominiert. Die Gewinner bekommen die Preisskulptur, eine Urkunde und 10 000 Euro. Für Danpower-Chef Liebisch sind vor allem die innere und äußere Wirkung wichtig. „Für unsere Mitarbeiter spielt das schon eine Rolle“, glaubt er. Außerdem könnte der Preis helfen, weitere Branchen für die Innovation zu erschließen. „Wir glauben, dass da durchaus noch Potenzial am Markt besteht.“ Denkbar sei im Prinzip jede Produktion, bei der besonders hohe Temperaturen benötigt würden, etwa in der Lebensmittelindustrie zum Hygienisieren. „Also Molkereien, Brauerein, fleischverarbeitende Betriebe“, zählt Liebisch auf. Aber auch in der pharmazeutischen Industrie oder in Krankenhäusern bietet sich nach Liebischs Meinung ein Einsatz an.
Eigentlich ist die Innovation der Potsdamer Wärmeversorger nur ein Nebenprodukt. Nach eigenen Angaben versorgt Danpower bundeseit 200 000 Wohnungen. Insgesamt beschäftigt das 2005 gegründete Unternehmen 400 Mitarbeiter. Der Umsatz liegt bei 160 Millionen Euro. Vor rund drei Jahren hat der Windradbauer Vestas, ein langjähriger Kunde von Danpower, das Unternehmen beauftragt, die Wärmeversorgung für eine neue Werkshalle effizienter, umweltverträglicher und vor allem günstiger zu gestalten. Beim Tüfteln kamen die Danpower-Experten dann auf die Idee, die Abwärme des Blockheizkraftwerks für den Trocknungsprozess der Rotorblätter zu nutzen. „Für die Windflügel wird eine Grundform mit mehreren Schichten glasfaserverstärktem Kunststoff umwickelt. Anschließend werden die Rotorblätter bei 160 Grad Celsius quasi gebacken wie Brot“, erläutert Liebisch. Weil die Hitze nur in Intervallen gebraucht wird, hat Danpower einen Speicher entwickelt, der die überschüssige Hitze aufnehmen kann. „Im Prinzip ist der Speicher ein großes Wasserfass. Die Abwärme von bis zu einer Laufzeitstunde lässt sich speichern. Wir können die Energie aber auch in das regionale Wärmenetz einspeisen“, berichtet der Potsdamer Technikchef.
Seit knapp einem Jahr läuft die Anlage im Regelbetrieb. „Die Ergebnisse entsprechen dem, was wir erwartet haben.“ Hartmut Liebisch ist zufrieden, der Kunde sei es auch, versichert er. Kein Wunder: Laut Liebisch haben sich die Stromkosten bei Vestas um 50 Prozent verringert. Angetrieben wird das Blockheizkraftwerk unter anderem mit veredeltem Biogas aus einer der rund 30 Biogasanlagen von Danpower in Deutschland.
Den Innovationspreis betrachtet Liebisch als eine Art TÜV-Siegel, eine Referenz zum Erschließen neuer Kunden. Doch selbst wenn es nicht zum Sieg reicht, hat sich die Teilnahme aus seiner Sicht gelohnt: „Dann schreiben wir eben überall nominiert rauf. Das sieht auch gut aus.“
Der Lohn der Evolution
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