TRB im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen etabliert
Die 2010 in Betrieb genommene Thermische Restabfallbehandlungsanlage (TRB), an der die Danpower GmbH und die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH zu je 50 Prozent beteiligt sind, hat die Betriebszeit von über 50.000 Stunden erreicht. In dieser Zeit wurden mehr als 800.000 Tonnen Restabfall verbrannt. Die Restabfälle werden zum größten Teil aus der Umgebung und bis zu einem Umkreis von 200 km angeliefert. Importmengen und gefährliche Abfälle werden durch die TRB nicht verwertet bzw. beseitigt.
Alles Brennbare kann in nutzbare Energie verwandelt werden und zudem einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn der Strom aus Müll ersetzt nicht nur fossile Energieträger, sondern senkt den CO2-Ausstoß pro Jahr. Aus der verbrannten Abfallmenge wurden insgesamt ca. 1.910.000 MWh Dampf erzeugt. Daraus wiederum produzierte das Kraftwerk 400.000 MWh Strom, 335.000 MWh Dampf für den Chemiepark sowie 151.000 MWh Fernwärme für ca. 3.500 Wohnungen in Bitterfeld.
Badewannen gehören nicht in die Müllverbrennung
Der Restabfall ist kein einfacher Brennstoff. Der Heizwert schwankt teilweise extrem und ist sowohl von der Zusammensetzung als auch dem Anfallort, das heißt industriell oder kommunal, abhängig. Auch landen Dinge im Abfall, die dort nicht hingehören – getreu dem Motto: Es geht sowieso in die Müllverbrennung. Die Anlage hat aber auch ihre Grenzen. Badewannen, Metallbehälter, Karosserieteile, Betonplatten sowie Bauschutt brennen nun mal schlecht. Diese Aufzählung ließe sich noch fortführen und mit den geschossenen Fotos könnte man einige Fotobücher füllen. Oft rufen derartige Teile aber, wenn man sie nicht entdeckt, Anlagenstörungen hervor. Nicht selten, dass die Last eingesenkt oder sogar die Anlage abgefahren werden muss. Für das erneute Anfahren werden etwa 20.000 oder mehr Liter Heizöl benötigt, da der Kessel nach dem Bundesimmissionsgesetz eine Feuerraumtemperatur von mindestens 850 °C haben muss. Erst dann öffnet sich für den Müll die Zuführungsklappe in Richtung Kessel. Trotz dieser Umstände hat der Kessel einen Wirkungsgrad von über 85 %. Die Energieeffizienz der Anlage liegt bei ca. 78 %.
Optimierter Anlagenbetrieb
Die meisten der 27 Mitarbeiter sind von Anfang an dabei und haben sich zu einem guten Team zusammengefunden. Seit der Inbetriebnahme ist der Anlagenbetrieb durch ein intensives Kennenlernen der Anlage durch das Betriebspersonal gekennzeichnet, um die betrieblichen Prozesse wirtschaftlich zu optimieren. Neben der reinen klassischen Betriebsführung der Anlage wird großes Augenmerk auf die Parameteroptimierung der Anlage sowie auf technische Verbesserungen gelegt.
Dabei ist es beispielsweise gelungen, bei gleichbleibender Jahresleistung den Verbrauch eines der benötigten Additive (Harnstofflösung) für die Rauchgasreinigung um ca. 40 % zu reduzieren und den Eigenstrombedarf um 6 % zu senken. Weitere Einsparpotenziale, z. B. der Betrieb der Kältetechnik in den Elektroschalt-räumen, sind erkannt und werden in den nächsten Jahren zur Stromverbrauchsoptimierung umgesetzt.
[Dr. Dietmar Rötsch, Kraftwerksleiter]