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Gutes Zeugnis für Kessel-Spezialisten

WIRTSCHAFT Das Herzstück der im Chemiepark entstehenden Müllverbrennungsanlage hat die Druckprobe bestanden, es bekam das Gütesiegel vom Tüv. Angefeuert wird am 10. August. BITTERFELD/MZ - Was für den Bootsbauer die

Mitteldeutsche Zeitung, von Kristine Krüger

 

WIRTSCHAFT Das Herzstück der im Chemiepark entstehenden Müllverbrennungsanlage hat die Druckprobe bestanden, es bekam das Gütesiegel vom Tüv. Angefeuert wird am 10. August.


BITTERFELD/MZ - Was für den Bootsbauer die Schiffstaufe und für den Zimmermann das Richtfest, das ist für den Kesselbauer die Druckprobe. Und die hat der Kessel der Thermischen Restabfallbehandlungsanlage (TRB) des Unternehmens PD energy in Bitterfeld glänzend bestanden. Der Technische Überwachungsverein (Tüv) Rheinland, Berlin, hat das dem Spezialisten Baumgarte Boiler Systems mit dem Gütesiegel bestätigt. Mühelos hat der Kessel dem doppelten Druck als dem, dem er bei laufendem Betrieb ausgesetzt ist, standgehalten, erklärte Rolf Wolf vom Tüv. Alle zwei Jahre wird die Qualitätsprüfung wiederholt.

„Das Projekt ist gut gegründet.“

Michael Polk
Geschäftsführer

Der Kessel ist das Herzstück der neuen Anlage, die im Chemiepark entsteht. Pro Stunde erzeugt er 64,4 Tonnen Dampf und eine Feuerungswärmeleistung von 56 Megawatt.Während der Strom in das offizielle Netz eingespeist wird, findet der Dampf seine Abnehmer in den Unternehmen am Standort. Damit wird im Chemiepark neben dem bisherigen Monopolisten „envia“ ein weiterer Anbieter existieren, sagte der Geschäftsführer von PD energy, Dr. Michael Polk. Die 65-Millionen-Euro-Investition sieht er auch als eine Antwort auf die am Standort hart geführte Energiepreis-Diskussion.
Das erste Feuer mit Ersatzbrennstoff, der durch Aufarbeitung von Gewerbe- und Hausmüll gewonnen wird, soll am 10. August gezündet werden. Danach wird die Anlage, die strengsten Umwelt-Standards gerecht wird, in Probebetrieb gehen, um am 1. Januar 2010 voll durchstarten und kontinuierlich liefern zu können. In dem Kraftwerk sollen jährlich rund 100 000 Tonnen gehaltvolle Reststoffe verwertet werden.
„Sicher wird durch die wirtschaftliche Krise das Müllaufkommen sinken. Doch ich gehe davon aus, dass der Betrieb auf lange Sicht gut läuft“, so Jürgen Preiss-Daimler, Geschäftsführender Gesellschafter des Chemieparks. „Es ist genug da, jeder Bundesbürger produziert allein im Jahr fünf Tonnen Müll.“ Er sei stolz darauf, dass das Projekt jetzt umgesetzt wird, denn er habe das bereits 1994 im Blick gehabt, so Preiss-Daimler. Damals jedoch habe der Partner abgesagt. Jetzige Partner sind die Stadtwerke Hannover und deren Tochter Danpower in Potsdam.
Die gesamte Kraftwerksanlage, erläuterte Polk, ist auf knapp 800 Pfählen gegründet, die bis zu 20 Meter in den Untergrund getrieben worden sind, um das aufgeschüttete Bergbaugelände unmittelbar hinter der Grube Antonie zu stabilisieren. 1,5 Kilometer lang wäre die Strecke, würde man alle Stahlbetonpfähle nebeneinander stellen. Allein die Fundamentplatte, die
den Kessel trägt, steht auf 82 Pfählen. „Das Projekt ist gut gegründet“, so Polk. Der Grundstein wurde im Dezember 2007 gelegt.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, 26. März 2009, S. 11


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