BWK das Energie-Fachmagazin – Dezentrale Energieerzeugung Special / Bd. 58 (2006) Nr. 10
Fast vier Millionen Euro investierte die Danpower GmbH in die Modernisierung der Heizzentrale in Schöneck. Um die Fernwärmeversorgung in dem Ort im sächsischen Vogtland langfristig wirtschaftlich und umweltschonend zu gestalten, stellte das Unternehmen die Wärmeerzeugung auf Biomasse um. Mit der so genannten ORC-Technik erzeugt Danpower seit Juli 2006 aus Holzhackschnitzeln in einem gemeinsamen Prozess Strom und Wärme.
Seit 2004 betreibt die Danpower GmbH, eine Tochter der Stadtwerke Hannover AG, die Heizzentrale in Schöneck. Von hier beliefert das Unternehmen unter anderem die Stadtverwaltung Schöneck, die Firma Technisat, den IFA-Ferienparkt Hohe Reuth, die Paracelsusklinik und rund 475 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit Wärme. Um die Versorgung zu optimieren, wurde die Energieerzeugung auf Biomasse umgestellt. Diese Aufgabe übernahm die Danpower-Tochter hk energy GmbH.
Resultat der zweijährigen Entwicklungs- und Bauzeit eine Anlage mit einer Leistung von 560 kW elektrischer und 2.500 kW thermischer Leistung. Die Energie wird aus Holzhackschnitzeln erzeugt, die bei der Durchforstung in den umliegenden Wäldern und der Landschaftspflege anfallen. Die Umwandlung der Biomasse in Strom und Wärme erfolgt durch einen Organic-Rankine-Cycle (ORC)-Prozess.
Die ORC-Anlage arbeitet wie ein herkömmliches Kraftwerk. Statt Wasserdampf wird die Turbine jedoch mit einem Silikonöl betrieben. Dadurch ließ sich die Anlage so kompakt bauen, dass das komplette Kraftwerk mit einem Tieflader angeliefert werden konnte. Höhere Wirkungsgrade und einfache Bedienung sind weitere Vorteile. Das Biomasse-Kraftwerk in Schöneck ist das erste dieser Technologie in Sachsen.
Insgesamt 3,8 Mio. € investierten die Betreiber in Feuerung, Brennstofflager, Thermoölkessel und ORC-Modul. Die Projektentwicklung und die Auswertung der künftigen Betriebsdaten ist eine Kooperation von hk energy, Terea Cheb und der TU Liberec. Die deutsch-tschechische Kooperation im grenznahen Bereich und die innovative Lösung haben den Freistaat Sachsen und die EU veranlasst, das Projekt im Rahmen des Interreg-IIIa-Programms zu fördern. Neben der Wärme werden mit der neuen ORC-Anlage rund 4,5 Mio. kWh Strom erzeugt.
„Die von Danpower realisierte Anlage ist ein sehr gutes Beispiel für effizienten Rohstoffeinsatz und nachhaltige Erzeugung“, so Michael G. Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG. Für die Stadtwerke Hannover habe die Anlage eine besondere Bedeutung. „wir wollen mit unserer Tochter Danpower sowohl auf dem Contracting-Markt als auch bei der Erzeugung von Nutzenergie mit Biomasse bundesweit deutliche Zeichen setzen.“ So sollen besonders die Potentiale zur Effizienzverbesserung in bestehenden Heizzentralen und Fernheizsystemen gehoben werden. Aber auch neue Anlagen wie zum Beispiel zur Biogaserzeugung ständen auf der gemeinsamen Aufgabenliste.
Innovation in Schöneck - Strom und Wärme aus Holz
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