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(dpa/eigener Bericht) Für die insolvente Biogasanlage in Bad Köstritz ist ein Käufer gegunden worden. Die Anlage, die 2007 in Betrieb ging, soll an die Danpower-Gruppe mit Sitz in Potsdam gehen. Sie wolle die Arbeitsplätze erhalten und drei Mio. € einschließlich Kaufpreis in die Anlage investieren, teilte Insolvenzverwalter Rolf Rattunde in Erfurt mit. Die Zukunft der Anlage hänge nun davon ab, dass die Stadtwerke Leipzig als früherer Hauptgesellschafter und heutiger Gläubiger bis Ende Februar auf Sicherungsrechte verzichten. Bisher würde das Kraftwerk nur rund 40 Prozent der angestrebten Stromproduktion erreichen.
Die Danpower GmbH, eine Mehrheitsbeteiligung der Stadtwerke Hannover, will nach Angaben von Geschäftsführer Sven Schmieder die Energieanlage in Ostthüringen komplettieren. Erst dann könne sie auch wirtschaftlich betrieben werden. Investiert werden soll in die Beschickung, so dass das Spektrum der eingesetzten Stoffe Richtung Nawaro erweitert werden könne. Hinzu kommen Investitionen in den Fermenter und die Filtertechnik. Techniker sollen auch klären, warum es beim Betrieb des Biomassekraftwerkes in der Vergangenheit zu Geruchsproblemen kam. Die derzeit 15 Arbeitsplätze würden erhalten.
Der Zeitplan sieht laut Schmieder vor, dass die ursprünglich auf eine Leistung von 4 MW elektrisch ausgelegte Anlage bis zum Spätsommer eine Leistung von 3 MW elektrisch erreicht. Sollte die bislang stillgelegte, gleichfalls von Danpower mit erworbene Bioethanolanlage reaktiviert werden, so würden in der Biogasanlage auch Schlempen aus der Bioethanolanlage verwertet. Bislang besteht das Einsatzspektrum der Biogasanlage vor allem aus Getreidespelzen, neu hinzukommen soll Maissilage, während auf Gülle auch weiterhin verzichtet werde.
Die Betreibergesellschaft in Bad Köstritz hatte im September 2009 beim Amtsgericht in Gera Insolvenzantrag gestellt. Laut Rattunde war der Betrieb trotzdem gesichert worden. Mehrheitsgesellschafter der Danpower GmbH ist die Stadtwerke Hannover AG mit einem Anteil von 74,9 Prozent, die restlichen Anteile gehören der globos energy AG mit Sitz in Potsdam.