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Neues Heizkraftwerk für Holzhackschnitzel in Sachsen – Contracting mit neuen Ideen

Aus Holzhackschnitzel erzeugt seit Juli ein Kraftwerk in Schöneck im sächsischen Vogtland Strom und Wärme. Die Danpower GmbH, Potsdam, eine Tochter der

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Aus Holzhackschnitzel erzeugt seit Juli ein Kraftwerk in Schöneck im sächsischen Vogtland Strom und Wärme. Die Danpower GmbH, Potsdam, eine Tochter der Stadtwerke Hannover AG, investierte nahezu 4 Mio. € in die Modernisierung der dortigen Fernwärme-Heizzentrale.

Danpower betreibt seit 2004 die Heizzentrale in Schöneck, unweit der deutsch-tschechischen Grenze. Das Unternehmen beliefert u. a. die Stadtverwaltung Schöneck, die Firma Technisat, einen Ferienpark, die Paracelsus-Klinik und ca. 475 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit Wärme. Die Danpower-Tochter hk energy GmbH hat in zwei Jahren die Energieerzeugung auf Biomasse umgestellt. Entstanden ist eine Anlage mit 569 kW el und 1200 kW th. Die Energie wird aus Holzhackschnitzeln erzeugt, die beim Durchforsten der umliegenden Wälder und der Landschaftspflege anfallen. Zwei Drittel der in der Heizzentrale erzeugten Wärme werden nun aus Holz (10.000 t/a) gewonnen; der Spitzenlast-Kessel arbeitet mit Erdgas.

Die Biomasse wird in einem ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle) in Strom und Wärme umgewandelt, wobei ein Silikonöl zum Einsatz kommt. Die Anlagen lassen sich kompakt bauen – das komplette Kraftwerk für Schöneck konnte mit einem Tieflader angeliefert werden.

Insgesamt 3,8 Mio. € investierten die Betreiber in Feuerung, Brennstofflager, Thermoölkessel und ORC-Modul. Bei dem Projekt kooperieren hk energy, Terea Cheb und TU Liberec. Der Freistaat Sachsen und die EU förderten das Projekt. Die Danpower GmbH hat sich auf die dezentrale Energieversorgung und auf Projekte für erneuerbare Energieträger spezialisiert. Im März beteiligte sich die Stadtwerke Hannover AG zu 74,9% an dem Unternehmen; die globos energy AG, Potsdam hält 25,1%. Danpower versorgt in mehr als 20 Kommunen in den neuen Bundesländern und in Berlin Kunden mit Wärme. Michael G. Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG und BGW-Präsident, sagt: „Wir wollen mit unserer Tochter Danpower sowohl auf dem Contracting-Markt als auch bei der Erzeugung von Energie mit Biomasse bundesweit deutliche Zeichen setzen.“ Die Voraussetzungen hierfür seien gut.

Die Stadtwerke, die unter ihrem Markennamen „enercity – Positive Energie“ überregional Contracting-Projekte verwirklicht haben, konnten früh Erfahrungen mit Biomasse sammeln. So setzen die Stadtwerke sowohl Holzhackschnitzel als auch Holzpellets ein, um wärme bei Kunden zu erzeugen. Und gemeinsam mit EON Kraftwerke betreibt enercity ein Biomasse-Kraftwerk (20 MW el optional 30 MW th) in Landesbergen im Raum Hannover (ZfK 7/04, 17). Mit Danpower wollen die Stadtwerke besonders die Effizienz in bestehenden Heizzentralen und Fernheizsystemen erhöhen. Aber auch neue Anlagen, z. B. zur Erzeugung von Biogas, stünden auf der gemeinsamen Aufgabenliste.

Die Anlage in Schöneck soll beispielgebend für weitere Anlagen in Deutschland sein. Danpower will in Sachsen noch in diesem Jahr zwei weitere Holzhackschnitzelanlagen in Betrieb nehmen: in bestehenden Wärmeversorgungsnetzen in Klingenthal und Ehrenfriedersdorf. Das Unternehmen beabsichtigt, dieses Jahr 18 Mio. € in Biomasseanlagen zu investieren. So wurde etwa mit dem Bau von zwei Biogasanlagen in Wolgast und Bitterfeld begonnen.


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