Eneriespektrum 1 - 2.2007 / Spezial / Energiemarkt Ost
FERNWÄRME Mit Vorschaltanlagen vor konventionellen Heizwerken können die Kosten der Wärmeerzeugung um bis zu 15% gesenkt werden. Der Einsatz von Biomasse oder auch Ersatzbrennstoffen macht zudem unabhängig vom Preisanstieg fossiler Brennstoffe.
In den neuen Bundesländern ist eine Reihe von alten, bestehenden Wärmenetzen vorhanden. Viele der Netze werden noch über einfache Gas- oder Ölkessel versorgt. Mit der Nutzung fester Energieträger in Form von Biomasse oder Ersatzbrennstoffen in einer Vorschaltanlage bieten sich noch erhebliche Potenziale, um sich vom Preisanstieg fossiler Brennstoffe abzukoppeln und gleichzeitig den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.
Eine einfache und erfolgreiche Strategie zur Erschließung dieser Potenziale verfolgt die Danpower GmbH in Potsdam, eine Tochter der Stadtwerke Hannover. Vor bestehenden Wärmeversorgungsanlagen auf Basis von Heizöl oder Erdgas wird eine Anlage installiert, die Wärme aus Biomasse oder Ersatzbrennstoffen erzeugt. 21 Mio. € investierte der Contractor allein in 2006 in die C02-neutrale Ertüchtigung bestehender Altanlagen oder in Neubauten – vor allem zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.
Je nach Anteil an der Wärmeerzeugung kommen dabei sowohl verschiedene Energieträger als auch Technologien zum Einsatz. In Klingenthal im sächsischen Vogtland befindet sich zum Beispiel eine Holzhackschnitzelanlage mit einer Leistung von 1.500 kW.
3.000 t Holz werden dort jährlich verbrannt und in Wärme umgewandelt, die in das städtische Fernwärmenetz eingespeist wird. Obwohl die Leistung nur 35% des maximalen Bedarfs beträgt, werden mehr als 60% der benötigten Wärmemenge im Grundlastbetrieb erzeugt.
Im benachbarten Schöneck wird das Holzhackschnitzel-Heizwerk mit einer neuartigen Turbine auf Silikonöl-Basis (ORC) kombiniert, die 4.500 MWh Strom pro Jahr erzeugt, was den Bedarf von 1.500 Halshalten entspricht.
In Wolgast und Bitterfeld übernehmen Biogasanlagen einen Großteil der Strom- und Wärmeversorgung auf Basis der Einsatzstoffe Maissilage, Getreide und Gülle. Im Chemiepark Bitterfeld Wolfen baut Danpower gemeinsam mit der Preiss-Daimler-Gruppe ein Heizkraftwerk, das Strom und Dampf für die benachbarten Chemiebetriebe erzeugt.
HOHE BRENNSTOFF-ANSPRÜCHE
Auf einer Fläche von 1.200 ha sind 360 Unternehmen vor allem aus der chemischen Industrie angesiedelt. Für die erzeugte elektrische Leistung von 12 MW und der Dampfleistung von 30 MW werden pro Jahr rund 100.000 t Ersatzbrennstoffe benötigt. Zum Einsatz kommen Ersatzbrennstoffe mit einem Heizwert von10 bis 18 MJ/kg. Somit können an sie weniger hohe Anforderungen an die chemische und physikalische Qualität gegenüber der Mitverbrennung in Kohlekraftwerken und Wirbelschichtverbrennungen gestellt werden.
Die in den Vorschaltanlagen erzeugte Wärme wird zu einem Preis an die Heizzentrale weitergeben, der 10 bis 15% unter den bisherigen Wärmeerzeugungskosten liegt. Für den Betreiber der Heizzentrale ergibt sich eine Reihe von Vorteilen. Ohne selbst Investitionen zu tätigen, werden die Wärmekosten reduziert.
STETS GLEICHES PRINZIP
Die vorhandenen Gas- und Ölkessel oder auch Blockheizkraftwerke werden Bestandteil der Gesamtlösung, sichern dadurch die Spitzenlastversorgung und dienen als Ausfallreserve.
Das Modell Vorschaltanlage folgt trotz der sehr unterschiedlichen Anlagentechniken und Brennstoffe stets denselben Prinzipien. Aufwändige Technik mit hohen Investitionskosten im Zusammenhang mit niedrigen Brennstoffkosten ergeben geringere Wärmeerzeugungskosten als es mit importierten fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Erdöl möglich ist. Voraussetzung ist Know-how für Planung, Realisierung und Betrieb der Anlagen. Der Import teurer Energieträger wird so ersetzt durch Kapital und Know-how.
Vorschalten statt Nachzahlen
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