Eine grüne Wiese mit blauem Himmel und Sonnenschein.

Windspezialist Vestas spart umweltfreundlich

Lauchhammer-Projekt bringt Potsdamer Danpower GmbH Innovationspreis der Länder Brandenburg und Berlin Weit mehr als 100 000 Euro Energiekosten jährlich spart das Vestas-Werk in Lauchhammer mit einer pfiffigen energetischen Lösung, für die das Potsdamer U...

Lauchhammer-Projekt bringt Potsdamer Danpower GmbH Innovationspreis der Länder Brandenburg und Berlin

Weit mehr als 100 000 Euro Energiekosten jährlich spart das Vestas-Werk in Lauchhammer mit einer pfiffigen energetischen Lösung, für die das Potsdamer Unternehmen Danpower 2013 einen von vier Innovationspreisen der Länder Brandenburg und Berlin erhalten hat.

Potsdam/Lauchhammer.
Aber die geringeren Kosten sind, wie Geschäftsführer Frank Weise betont, sogar nur ein Nebeneffekt."Wir haben uns für das Danpower-Projekt entschieden, weil wir unseren Anspruch, ein grünes Unternehmen zu sein, nicht nur mit unserem Produkt, sondern auch in der Produktion selbst demonstrieren wollen." In dem zur Vestas Blades Deutschland GmbH gehörenden Betrieb werden seit 2002 Rotorblätter für Windkraftanlagen hergestellt. 2011 begann in einer erweiterten und umgebauten Halle die Fertigung von "Flügeln", die in der Länge von 39 auf 55 Meter gewachsen sind. 70 Millionen Euro hat Vestas dafür investiert.

Fast zur gleichen Zeit lief ein Zehn-Jahres-Vertrag zum Wärmebezug aus, den Vestas noch mit der Harpen EKT GmbH in Berlin abgeschlossen hatte. Diese einstige Tochter des Energiekonzerns RWE wurde inzwischen von Danpower gekauft, und die Potsdamer erwiesen sich als äußerst kreativ, ein auf alternativer Energie basierendes neues Versorgungskonzept zu entwickeln und umzusetzen.

Danpower betreibt schon lange in Lauchhammer ein Fernwärmenetz. Die RWE-Vorgängerfirma hatte hier vor zwei Jahrzehnten ein Heizwerk mit Braunkohlestaub-Kessel errichtet. Es löste beim Beheizen von Wohngebieten und Betrieben stillgelegte Brikettfabriken und Kraftwerke ab. "Die Entscheidung für Braunkohlestaub war damals in dieser Bergbauregion eine politische", berichten die Danpower-Geschäftsführer Sven Schmieder und Hartmut Liebisch. "Sie würde heute wahrscheinlich anders ausfallen. Kohle passt nicht zu unserer Ausrichtung als grüner Energieversorger."

Auch Vestas bezog seine Niedertemperaturwärme (unter 100 Grad Celsius) zum Beheizen von Produktions- und Bürogebäuden aus dem Fernwärmenetz und damit letztlich aus Braunkohle. Zusätzlich setzte das Unternehmen Unmengen an elektrischer Energie für Wärme im Hochtemperaturbereich ein, um die Rotorblätter zu trocknen. Beides, Strom und Kohle, wird nun durch Biomethan ersetzt.

Danpower ist darauf spezialisiert, Wärme und Elektroenergie aus alternativen Quellen zu erzeugen. Dazu hat es bundesweit bisher 25 Biogasanlagen sowie 13 Biomethan-Blockheizkraftwerke (BHKW), die Wärme und Strom liefern, errichtet. Eine der Biogasanlagen befindet sich im sächsischen Lichtensee zwischen Elsterwerda und Riesa. Das ist nicht weit von Lauchhammer entfernt. Das hier erzeugte Biogas wird von Danpower auf Erdgasqualität mit 96 Prozent Methananteil veredelt und für Vestas ins Ferngasnetz eingespeist. Bei Vestas wird die benötigte Gasmenge aus der Verbundleitung entnommen.

Mit dem Biomethan betreibt Danpower bei Vestas ein neu errichtetes BHKW. Es speist Strom ins Netz ein, sein Kessel liefert aber vor allem die zum Trocknen der Rotorblätter benötigte Hochtemperaturwärme. Wasser wird auf 160 Grad Celsius erhitzt. Es gibt in Wärmetauschern seine Energie an Luft ab, die dann stark erhitzt über Schläuche direkt in die Formen mit den "Flügeln" gelangt. Weil die Trocknungswärme nur diskontinuierlich gebraucht wird, hat Danpower zusätzlich einen großen Wasser-Wärmespeicher als Puffer errichtet. Ein weiterer Effekt besteht in der Nutzung der Abwärme aus der Öl- und Wasserkühlung des BHKW für das Beheizen von Halle und Büros. Der Wirkungsgrad der energetischen Gesamtlösung, deren Regelbetrieb im März 2013 begann, liegt bei 85 Prozent.

Danpower ist in der Lausitz nicht nur in Lauchhammer aktiv. In Elsterwerda betreiben die Potsdamer das Biomasseheizkraftwerk (100 Prozent Anteil), die Stadtwerke gehören ihnen zu 51 Prozent. Das Unternehmen hat die einstige RWE-Tochter Harpen EKT als Vorläufer - und doch ist es eine völlige Neugründung. Als RWE 2003 im Zuge einer neuen Geschäftspolitik EKT verpflichtete, immer mehr der zum Unternehmen gehörenden Beteiligungen zu verkaufen, zogen sich die EKT-Geschäftsführer Schmieder und Liebisch zurück und gründeten 2004 ihre eigene Firma Danpower, an der sich 2006 die Stadtwerke Hannover mehrheitlich beteiligten. Sie starteten mit sieben Mitarbeitern, heute hat das Unternehmen 380 Beschäftigte, der Jahresumsatz liegt bei mehr als 145 Millionen Euro. Und Harpen EKT wurde von Danpower mittlerweile aufgekauft.

Insgesamt betreibt Danpower 600 Heizzentralen in 154 Kommunen. Der gesamte thermische Anschlusswert beträgt 900 Megawatt. "Das entspricht einem Äquivalent von 220 000 Wohnungen", sagt Schmieder. Seit 2004 hat Danpower zirka 250 Millionen Euro investiert, um für Kunden ökologisch und ökonomisch gleichermaßen effiziente energetische Lösungen zu schaffen.

In das Vestas-Projekt hat Danpower 1,6 Millionen Euro investiert. Die Neuerung bringt dem Kunden nicht nur finanziellen Nutzen, sie führt auch dazu, dass 8000 Tonnen CO2 nicht emittiert werden. 2013 lagen die Gesamtinvestitionen bei 29 Millionen Euro. 2014 sind 26 Millionen Euro geplant. Unter anderem entsteht in Gröbern bei Meißen eine weitere Biogasanlage. In Leinefelde, wo 2013 bereits ein BHKW errichtet wurde, baut Danpower drei Heizkessel zur Erzeugung von Fernwärme aus Holz. rbt1


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