Biogasanlage bad köstritz

Verwertung biogener Abfälle

2010 erwarb Danpower die Biogasanlage in Bad Köstritz. Betreiber der Anlage ist die Danpower Biomasse GmbH, welche als 100%ige Tochter der Danpower GmbH zur Danpower-Unternehmensgruppe gehört.

Die Biogasanlage wandelt, mit einer Gesamtleistung von 4,2 MWel und 5,7 MWth, feste und flüssige biogene Abfälle in einen jährlichen Biogasertrag von 6.900.000 Nm³, rund 15.300 MWh/a Strom sowie 13.100 MWh/a Nutzwärme um. Dazu können sowohl verpackte als auch unverpackte biogene Abfälle angeliefert und verwertet werden.

Mit dem Betrieb der Anlage werden jährlich ca. 5.500 Tonnen Kohlenstoffdioxid vermieden.

Eine Entpackungsanlage ermöglicht die Annahme von verpackten Abfällen, z. B. verdorbene und überlagerte Lebensmittel. Sie trennt die verpackten Abfälle in verwertbare Biomasse und Fremdstoffe. Während die organischen Komponenten für die Biogasproduktion herangezogen werden, werden die Fremdstoffe in Metalle, Inertstoffe und Kunststoffe getrennt.

Ist die Biomasse homogenisiert wird das organische Material bei einer Temperatur von ca. 42 °C im Hauptfermenter zu Biogas biologisch umgesetzt. Im anschließenden Gasspeicher wird das Biogas entschwefelt und entfeuchtet. Nach Durchlauf durch einen Aktivkohle-Filter wird das Biogas den Blockheizkraftwerken zur Umwandlung in Strom und Wärme zugeführt.

Stoffkreisläufe werden geschlossen

Um die Gärreste weiterzuverwenden verfügt die Anlage über eine Gärrestaufbereitung, in der zwei Separatoren und eine zweistufige Vakuumverdampferanlage die festen Bestandteile aus den Gärresten trennen. Anschließend wandelt die Vakuumverdampferanlage den flüssigen Gärrest in Ammoniumsulfatlösung und Wasserdampf um. Dadurch werden die auszubringenden Gärrestmengen erheblich reduziert. Diese zertifizierten und für die Landwirtschaft bestimmten Gärprodukte werden feldnah zwischengelagert. Sie dienen als hochwertige Wirtschaftsdünger und werden von umliegenden Landwirten wieder genutzt. So werden Stoffkreisläufe geschlossen.

Nach Abzug der Eigenbedarfsdeckung wird der Strom in das örtliche Netz eingespeist. Die vier Motoren des Blockheizkraftwerks verfügen jeweils über einen Dampferzeuger. Der erzeugte Dampf wird an einen benachbarten Industriebetrieb geleitet, wo er als Prozessdampf eingesetzt wird. Die Motorenabwärme des BHKWs wird für die Deckung des Prozessbedarfs der Biogasanlage verwendet.

 

Technische Daten der Anlage
INBETRIEBNAHME
2006
ÜBERNAHME DURCH DANPOWER
2010
BIOGASERTRAG
6.900.000 m³/a
ERZEUGTE STROMMENGE
15.300 MWh/a
NUTZWÄRME
13.100 MWh/a
LEISTUNG EL (BHKW)
4,2 MW
LEISTUNG TH (BHKW)
5,7 MW
WÄRMENUTZUNGSGRAD*
80 %
INVESTITIONSSUMME
9 Mio. EUR
BEREITSTELLUNG DER SUBSTRATE
Anlieferung per LKW
EINSATZSTOFFE
25.000 t/a feste Abfälle, 35.000 t/a flüssige Abfälle
TAGESDURCHSATZ
80 t/d feste biogene Abfälle, max. 240 m³/d flüssige biogene Abfälle
BETRIEB VERGÄRUNGSSTUFE
365 d/a, 24 h/d
VERWEILDAUER/TEMPERATUR
> 30 d / max. 42 °C
ABBAUGRAD DER OTS
80 %
VERGÄRUNGSVERFAHREN
Einstufiges, mesophiles Vergärungsverfahren
HYGIENISIERUNG
Vollstrom, 70 °C, 1 h

 *Als Wärmenutzungsgrad wird das Verhältnis zwischen der erzeugten Wärme und der Nutzwärme bezeichnet, die nicht zur Beheizung der Biogasanlage benötigt wird. Nutzwärme ist immer solche Wärme, die z. B. im Fernwärmenetz, zur Beheizung eines Gärresttrockners oder -eindickers, zur Dampferzeugung oder für eine ORC-Anlage genutzt wird.

 

 

Daten der Einzelkomponenten
ZWISCHENLAGERKAPAZITÄT
Feste biogene Abfälle: ca. 100 m³ (Annahmebunker), flüssige biogene Abfälle: ca. 250 m³ (Annahmebehälter)
ANNAHME
Max. 20 t netto Abfälle zur Aufbereitung (Anlieferung in 120 l / 240 l MGB & Containern); Flüssigabfall-Anlieferung in Tankwagen; Behälterwaschanlage für 120 l /240 l MGB
FERMENTER
6.000 m³ System Pfefferkorn, 42°C Betriebstemperatur, 500 mbar Betriebsdruck
NACHGÄRER
6.000 m³ (brutto), abgedeckt mit Gasspeicher (Doppelmembran), 3x Horizontalrührwerke, 15 kW, 38 °C Betriebstemperatur, 6 mbar
GÄRRESTSTOFFLAGER
extern
GASVORBEHANDLUNG
Biologogische Entschwefelung, Aktivkohle-Filter, Trocknung
WÄRMENUTZUNG
Dampf, Gärrestverdampfung, Hygienisierung
STROMNUTZUNG
Einspeisung in das örtliche Stromnetz, Flexbetrieb

Unsere Biogasanlage verfügt über eine LKW-Waage (18 x 3 m, max. 60 t) über die sämtliche Lieferungen erfasst werden. Die Anlieferung kann mittels Auflieger-, Kipp-, Tank- oder Containerfahrzeug erfolgen.

Die LKW entladen in den Vorratsbunker der Aufbereitungsanlage. Dieser hat ein Fassungsvermögen von 100 m³. Mit Hilfe von Mischschnecken erfolgt eine Homogenisierung der Abfälle. Die Anlage verfügt ebenfalls über eine Annahmemöglichkeit für Abfallbehälter bis 240 l. Diese werden in einer Behälterwaschanlage gereinigt, desinfiziert und zur Abholung zur Verfügung gestellt.

Neben der Anlieferung von festen und flüssigen Stoffen können wir auch größere Mengen palettierter Reststoffe lagern und verarbeiten.

Die Aufbereitungsanlage verfügt über eine Durchsatzleistung von 7 bis 8 t/h. Die Abfälle werden zweistufig zerkleinert. Die biogenen Abfälle werden anschließend dem Homogenisierungsbehälter zugeführt.

Kunststoffe, Inertstoffe sowie Eisenmetalle werden abgeschieden, gereinigt und in Containern gesammelt.

Dann erfolgt die Vermischung und Homogienisierung der aufbereiteten und flüssigen Abfälle. Der Behälter hat ein Fassungsvermögen von 400 m³. Er dient gleichzeitig als Vorlage für die nachgeschaltete Hygienisierung der Abfälle.

Sämtliche Abfälle werden bei einer Temperatur von min. 70 °C über einen Zeitraum von mindestens einer Stunde erhitzt. Hierbei werden pathogene Keime und weitere Erreger sicher abgetötet. Es erfolgt eine zweistufige Erhitzung der Abfälle mit Wärmerückgewinnung, so dass der Bedarf an Prozesswärme aus den nachfolgenden BHKW minimiert wird. Die hygienisierten Abfällen werden im Vorratsbehälter vor der Vergärung zwischengespeichert. Die Biogasanlage verfügt über vier Biofilteranlagen. Alle geruchsrelevanten Anlagenteile werden mit Hilfe von Abluftgebläsen erfasst und jeweils einer nachgeschalteten chemischen und biologischen Reinigung zugeführt. Insgesamt werden ca. 26.000 m³/h Abluft gereinigt.

Bei einer Prozesstemperatur von ca. 42 °C werden die Abfälle zu Biogas biologisch umgesetzt. Der Fermenter verfügt über ein Nutzvolumen von 6.000 m³ und arbeitet nach dem Prinzip eines eigenständig hydraulisch gemischten Systems. Nach einer hydraulischen Verweilzeit von 20 bis 30 Tagen werden die Gärreststoffe und das Biogas dem Kombispeicher zugeführt.

Hier wird das Biogas vor der Verwertung gespeichert. Bei voller Gasproduktion verfügt der Gasspeicher über eine Kapazität von ca. 5 Stunden. Im Flüssigkeitsbereich erfolgt eine Restentgasung des Gärrestes bevor dieser der nachgeschalteten Fest-/Flüssig-Trennung bzw. der landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt wird.

Sofern das Biogas nicht oder nur unvollständig verwertet werden kann, wird es über die Notfackel kontrolliert und emissionsarm verbrannt.

Zum Schutz der in den BHKW enthaltenen Abgaskatalysatoren wird das Biogas in den Aktivkohlefiltern vollständig von Schwefelwasserstoff befreit.

Das Blockheizkraftwerk besteht aus vier baugleichen Gas-Otto-Motoren der Firma Caterpillar. Der in den jeweiligen Generatoren erzeugte elektrische Strom wird nach Deckung des Eigenbedarfs der Biogasanlage in das Netz der örtlichen EVUs eingespeist. Jeder Motor verfügt über einen Dampferzeuger. Der Dampf wird an einen benachbarten Industriebetrieb
verkauft. Die Motorenabwärme wird für die Deckung des Prozessbedarfs genutzt.

Die anfallende thermische Energie wird für die Prozessführung genutzt als auch zur Steigerung der Effizienz an Kunden im angrenzenden Gewerbegebiet verkauft.

Wir sind zertifiziert!

 

Die Broschüre zu unserer Biogasanlage Bad Köstritz finden Sie hier.

 

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